Tag 8 bis 10 im Norden Koreas

Nach drei Nächten in „auswärtigen“ Hotels sind wir jetzt wieder im Koryo-Hotel, unserem Stammhotel, angekommen. Montag stand im Zeichen der Wirtschaft… und der Stromausfälle: Erst die Erungenschaften der Wirtschaft in einer Ausstellung und eine Seidenstickerei in Pyongyang, dann eine Mineralwasserfabrik in Nampo, wo ein „Spa“ auf uns wartete. Trotz Hitze (wir wollten gar nicht wissen wie heiß) sind wir dort auf abgeschlossenem Gelände etwas geradelt und haben mit dem jungen Herrn Pak die Einrad-Grundlagen geübt. Das Spa hat seine besten Zeiten schon lange hinter sich. Zum Abend gab es ein Muschelgelage mit unseren drei Reisebegleitern, mit Muscheln, die Herr Kim selber im Ort gekauft hatte. Eine Sorte, die roh oder gekocht in scharfe Paste getunkt wurde, hat uns Beiden überhaupt nicht geschmeckt. Diese oder das Picknick am folgenden Tag haben uns einen Flotten beschert und einen Rückgriff auf unsere Reiseapotheke notwendig gemacht. Da es, bis auf den Busfahrer, auch die Koreaner erwischt hat, bekamen wir besondere Fürsorge und durften zum Abend Reissuppe und am Morgen Gemüsebrühe statt pseudoeuropäischem Essen essen.

Das Programm am Dienstag ist deshalb etwas belastet gewesen. Die Westmeerschleuse haben wir im Hauruckverfahren absolviert, sehr zum Leidwesen von Maleika, die solche Technikbauten liebt. Die angesetzte Einradtour hat nur Niko absolviert, da Maleika frauenspezifische Probleme heimsuchten. Die Uphill-Downhill-Tour bei über 30 Grad haben Niko und der gleichaltrige Herr Kim besser durchgehalten, als der junge Herr Pak. Picknick gab es neben zwei Buddha-Tempelbesichtigungen in der Nähe von Sariwŏn. Begeistert hat uns ein Chor, der uns mit seinem Gesang ein Stück des Weges im Park begleitete – an diesem und am nächsten Tag haben wir viele koeranische Touristen und Familienausflügler erlebt, die ihre freien Tage sichtlich genossen mit Grillen, Plantschen, Tanzen und vor allen Dingen mit lautstarker und wunderbar gesungener Karaoke.

Den Einradtermin am nächsten Tag haben wir Rekonvaleszenten dann doch ausgeschlagen und die Strecke mit dem Bus sowie teilweise zu Fuß bewältigt. Da Niko Geburtstag hatte, gab es zum Abendbrot in Kaesŏng (in der Nähe der Grenze) eine besondere Delikatesse: ein Huhn gefüllt mit Ginseng, Reis, Kastanien, Ginko und Pflaumen. Soll sehr gesund sein und die Potenz steigern. Statt eines nächtlichen Abendspazierganges haben wir auf dem Gelände des Folklore-Hotels (in dem wir das beste Zimmer mit Klimaanlage und warmer Dusche hatten und deshalb nicht ganz traditionell schlafen mussten :-)) eine Karaokeveranstaltung mit Tanzeinlagen bereichert.

Heute waren wir an der Demarkationslinie und haben uns nett mit dem Hauptmann, der unserem Bus zustieg, über die Teilung unserer beiden Heimatländer unterhalten. An unseren Einrädern hatte er sichtbar Freude, durfte uns aber damit nicht über die Genze fahren lassen. In Kaesŏng haben wir uns noch ausfürlich über die Goryeo-Dynastie (buchstabiert auch: „Koryŏ“) informieren können – es ist der Zeitabschnitt, in dem das koreanische Reich buddhistisch geprägt, seine Blütezeit hatte. Sie ist insofern sehr prägend für das Selbstverständnis der jetzigen (Nord-)Koreaner… die allerdings nur noch selten dem buddhistischen Glauben anhängen, sondern eher naturwissenschaftlich-technischorientiert sind.

Zurück in Pyongyang haben wir noch kurz das Mansudae Art Studio besucht, wo die bedeutensten Kulturschaffenden der bildenden Künste ihre Werke kreieren.

Viele Grüße aus Koeras Norden senden Euch

Maleika und Niko

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