Transport im Norden

Air Koryo ist im Ranking der Fluggesellschaften auf dem letzten Rang, aber außer, dass wir unser Gepäck nicht durchchecken konnten, haben wir nichts zu beklagen. Die Sicherheitskontrollen dauerten in Bejing etwas länger, da Niko seine Akkus im Koffer heraussuchen musste, um es in sein Handgepäck umzupacken. Nordkorea begrüßte uns dann mit einem kleinen, aber sehr gepflegten und modernen Flughafen.

Trotzdem gilt: Transsport ist ein großes Problem in Koreas Norden, wohl mangels ausreichender moderner Transportmittel und weniger wegen eines Mangels an Treibstoff, den man Aufgrund des internationalen Embargos vermuten könnte. Die Mehrzahl der Straßen war sauber, aber sehr holprig und das Eisenbahnnetz überschaubar.

Im Norden wird auf alles zurückgegriffen, was für den Transsport geeignet ist, egal aus welcher historischen Epoche es auch stammt. Wir sahen viele Menschen, die schwere Lasten wie eine Garderobe mit Spiegel u.ä. trugen. Was auf einem Nordkoreanischen Fahrrad, auch häufig in robuster koreanischer E-Version, alles transportiert wird, würde unsere empfindlichen Räder in die Knie gehen lassen: Ganze Schweine, große schwer runterhängende Säcke oder große Kisten, Kühlschränke und natürlich Beifahrer auf dem Gepäckträger. Kleinstkinder fanden mituner im Fahrradkorb Platz.

Handkarren, Ochsenfuhrwerke prägten das Straßenbild genauso wie antik-klapprige oder moderne Lastwagen. Wir sahen moderne Taxis, auch als E-Version, und einen öffentlichen Nahverkehr, bei dem alte Busse, Straßen und U-Bahnen, großteils aus DDR-Beständen, ebenso zum Einsatz kamen, wie erste moderne Varianten. Die neuen U-Bahnwagons, mit dem wir fahren durften, wären in Berlin ein Upgrade.

Autos sind inzwischen zahlreich unterwegs und wir standen durchaus in der Hauptstadt mal im Traffic-jam, was in Reiseberichten, die wir vorher studiert hatten, noch anders zu lesen war. Zu unserem Erstaunen bekamen wir den Hinweis, dass man private PKW am gelben Nummernschild erkennt. Privatautos in Nordkorea???  Dafür spricht, dass es Reklame für Autos gab – die einzige Reklame, die wir überhaupt sahen. Dies ist eine der neuen Entwicklungen, die auf einen allmählichen Wandel hindeuten könnten.

Die am schwarzen Nummernschild zu erkennenden Autos von Armeeangehörigen, waren teils schicke große SUVs, die wir vor allen in privater Nutzung für Familienausflüge im Einsatz sahen.  Ähnliches gilt auch, für die eher als nicht ganz so schick wahrgenommenen, blaubeschilderten Autos, die „öffentlich“ sind, bzw. zu Betrieben gehören. Touristen, und dies gilt für alle Ausländergruppen, werden direkt nach der Einreise von ihren Guides abgeholt und mit den Bussen der Korea International Travel Company durch die Gegend kutschiert. Im Bestand sind schon sehr moderne Busse, wir waren aber mit einem etwas älteren Model mit Sprung in der Frontscheibe, aber mit Klimaanlage unterwegs.

Gewöhnungsbedürftig für uns war das penetrante „Achtung hier komme ich Gehupe“, mit dem sich motorisierte Fahrzeuge sich den Weg vorbei an langsamen Verkehrsteilnehmern erzwingen. Es gibt zwar Fahrbahnmarkierungen, die unseren Zebrastreifen ähneln, doch scheinen diese keinerlei Vorrang- oder Schutzfunktion für Fussgänger zu haben. Seltsam auch die Nutzung der sogenannten Autobahn, auch hier waren Menschen am Rand zu Fuß, mit Rad und sonstigen Vehikeln unterwegs.

Tja und der Zustand der Straßen?: Auf den Land staubige Sandpisten und teilweise sehr reperaturbedürftige Betonpisten dominieren in der Stadt und bilden die großen Verbindungsstrassen. Teer ist Mangelware, weshalb nur die schlimmsten Löcher damit gestopft werden können. Die Sysiphusarbeit, erledigt von kleinen Trupps, die diese Aufgabe auch sonntags und mit einfachsten Hilfsmitteln und ohne Strassenabsperrungen übernahmen, wirkte auf uns wie Strafarbeit, denn man kann sich kaum vorstellen, dass diese Arbeit Freiwillige findet.

 

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